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Gartenbad Eglisee: - 25.Oktober 2025 - 15.Februar 2026, Basel



Name: Eglisee

Beschreibung: Metallskulptur mit Draht und Glasfischen

Masse: Lebensgrosse menschliche Figur; 160 cm + 30 cm Fisch

Standort: Am Rand des Kinderbeckens


Die Idee für das Kunstwerk basiert auf dem Namen des Schwimm- und Badezentrums selbst, wobei Eglisee in zwei Teile zerlegt werden kann:

Egli: Seefisch, auf Englisch auch Perch und auf Französisch Perche genannt
See: See, Schwimmbad, Gewässer


Ausstellungführer


Historisch gesehen stammt der Name des Badezentrums von einer ganz anderen Vorstellung eines Waldteichs mit Blutegeln, nämlich dem "Egelsee“ (auf einem Waldweiher mit Blutegeln, dem "Egelsee“); als Künstler, der weder ethnisch noch sprachlich aus der Schweiz stammt, habe ich den Namen mit einigen gängigen Redewendungen im Englischen in Verbindung gebracht, wie z. B. "fish out of water" (Fisch aus dem Wasser), was sich auf einen Fisch bezieht, der sich ausserhalb seines natürlichen Elements befindet. Ein weiterer häufig verwendeter Ausdruck, "as a fish to water" (wie ein Fisch im Wasser), bezieht sich auf die Natur eines Fisches, der sich in seinem natürlichen Element wohlfühlt.

Am Rand des Pools stelle ich mir einen Badenden vor, der sich zum Schwimmen aufwärmt und dabei einen Fisch zurück ins Wasser lässt, als Symbol für einen Kuss des Lebens, eine Wiedergeburt, eine Wiederbelebung und eine Gegenintervention oder Reaktion auf das Eingreifen des Menschen in den Lauf der Natur, das Ernten, Konsumieren und überkonsumieren. Wasser ist das natürliche Element des Lebens und der Vitalität. Für den menschlichen Verzehr und für sportliche Vergnügungen entfernen und verdrängen wir viele Arten von Organismen aus ihren natürlichen Lebensräumen und unterbrechen durch überfischung ihren Lebenszyklus und ihre Existenz. Inspiriert von der Yoga-Praxis kann es in einer intensiven Haltung zur Mobilisierung der Wirbelsäule durch eine Rückbeuge in eine kontraintuitive Richtung möglich sein, Spannungen und Blockaden zu lösen, die im Psychosoma verborgen, verschleiert und gefangen sein können. Durch regelmässiges üben kann diese Bewegung dem alternden und schrumpfenden Menschen grosse Erleichterung verschaffen, indem sie Rückenschmerzen und Blockaden der Wirbelsäule löst.

Was den Fisch betrifft, so wird er in der Schweiz oft als "Filet de Perche" in Restaurants in der Romandie serviert. Nach dem überqueren des Röstigraben findet man dieses "Gericht" auf deutschsprachigen Speisekarten als "Eglifilet". Als ehemaliger Fleischesser mit einer Vorliebe für Fisch und Meeresfrüchte bin ich diesen unschuldigen Kreaturen, denen ich über so viele Jahre hinweg für meine Bedürfnisse und Wünsche das Leben genommen habe, etwas schuldig. Dabei habe ich mich nicht um das Leben oder die Gesundheit anderer Wesen mit vielen Augen gekümmert, die vielleicht genauso wie ich ein Herz, einen Verstand, Gefühle und eine Seele haben. Ich bin der Meinung, dass ich all denen, die "auf See ihr Leben verloren haben", dieses Andenken schulde.

Mich auf Kosten unschuldiger Lebewesen zu ernähren, schien mir als Allesesser mit einem unersättlichen Appetit ganz natürlich, um zu wachsen und zu gedeihen. Trotz dieser vielfältigen Verdauungsfähigkeiten leben wir in einer Welt, die mit der überversorgung und dem überfluss der Fleisch- und Fischindustrie konfrontiert ist, zusammen mit dem Druck der immer stärker werdenden Gegenpositionen und Modeerscheinungen der modernen Welt mit den Paradoxien und pflanzlichen Ernährungsweisen des globalen Nordens.


© Copyright Rama Kalidindi 2010